Begriffserklärung

Open Access (OA) meint den unbeschränkten und kostenlosen Zugang zu wissenschaftlicher Information. Ziel von OA ist es, wissenschaftliche Literatur und wissenschaftliche Materialien für alle Nutzerinnen und Nutzer frei zugänglich zu machen: kostenlos und möglichst frei von technischen und rechtlichen Barrieren.

Open-Access-Bewegung

Ein wesentlicher Aspekt von OA ist die Maximierung der Verbreitung wissenschaftlicher Information, wie in der Berliner Erklärung gefordert. Diese wurde 2003 formuliert und seither von namhaften Forschungsorganisationen und Universitäten (z.B. Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF), Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF), Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (CRUS), Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Max-Planck-Gesellschaft (MPG), CERN) unterzeichnet.

Seit dem 1.2.2019 gehört auch die HTWK Leipzig zu den Unterzeichnern der Berliner Erklärung. Die Hochschule bekennt sich damit zur Unterstützung und Förderung des freien Zugangs zu wissenschaftlichen Publikationen, Forschungsdaten und anderen digitalen Objekten. Um den OA-Gedanken im Hochschulalltag fest zu verankern, hat der Senat der HTWK Leipzig zudem eine OA-Erklärung verabschiedet. Mehr Informationen finden Sie hier.

Open Access bei (Fach-)Büchern

Zahlreiche Studien belegen die intensivere Nutzung und Zitierung von Forschungsarbeiten, die als OA veröffentlicht (s. hier). Allerdings übersteigt die Anzahl der OA-Publikationen bei Fachzeitschriften und in den STM-Disziplinen bei weitem den Anteil der OA-Bücher und in den Geisteswissenschaften. Dies stellt für diese Disziplinen einen erheblichen Nachteil bei der Auffindbarkeit und Sichtbarkeit der Publikationen dar.
In den Geistes-, Sozial- und Rechtswissenschaften hat das gedruckte Buch – im Gegensatz zu den STM-Disziplinen – weiterhin hohe Bedeutung. Die digitale Verfügbarkeit stellt jedoch eine wichtige Voraussetzung für OA dar. Die Anforderungen für ein OA-Buch unterscheiden sich von denen eines gedruckten Fachbuches:

  • Das Sichtbar- und Auffindbarmachen der OA-Bücher wird durch uneinheitliche Metadatenstandards erschwert.
  • Technische Herausforderungen, wie die Erfassung und Auszeichnung der Buchinhalte in XML, müssen bewältigt werden.
  • Die Schnittstellen zwischen Fachbuch und offenen Forschungsdaten müssen verfügbar sein, um Transparenz und Reproduzierbarkeit zu gewährleisten.

Es müssen nachhaltige Geschäftsmodelle vorhanden sein, um OA-Bücher zu finanzieren. Die hohen Book Processing Charges (BPCs) der etablierten Verlage für OA-Bücher sind ohne Förderung oft weder von den Autoren noch von Bibliotheken aufzubringen. In Deutschland haben jedoch nicht alle Forschungsförderer und nur wenige Institutionen eigene OA-Publikationsfonds für Bücher eingerichtet.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen über Open Access finden Sie auf der Informationsplattform open.access.net. Hier sind auch fachspezifische Tipps im Bereich Open Access zu finden, beispielsweise renommierte Open Access Journals, fachspezifische Repositorien und Datenbanken.

Gerne stehen Ihnen auch die Mitglieder des Forschungsteams OA-Verlag sowie Astrid Schiemichen als Open-Access-Beauftragte der HTWK Leipzig zur Verfügung.